Achtung, aufpassen – Konzentrationsstörungen im Kindesalter

Kinder sind in der Regel besonders leicht ablenkbar und häufig erzählen Lehrer davon, dass Sie im Unterreicht „zu träumen“ scheinen. Doch wann handelt es sich um vorübergehende Konzentrationsstörungen und ab wann kann vom Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom gesprochen werden? Dieser Artikel gibt einen Ausblick auf die Ursachen, Auswirkungen und Therapiemöglichkeiten von Konzentrationsstörungen bei Kindern.

Kindern fällt es im Unterricht oft schwer, Ihre Aufmerksamkeit über einen längeren Zeitraum auf eine Aufgabe oder Person zu richten. Sich zu konzentrieren ist eine Fähigkeit, die erst erlernt werden muss und je älter ein Kind wird, desto höher sollte die Intensität sein, mit der es sich auf eine Anforderung fokussieren kann. Einige Kinder schaffen es allerdings auch im fortgeschrittenen Alter nicht, eine Arbeit in einem angemessenen Zeitrahmen zu erfüllen. Sie lassen sich bereits von kleinsten Reizen ablenken und Ihre Leistungsfähigkeit ist dadurch stark eingeschränkt.

Folgen und Ursachen

Die Folgen sind Frustration, Lustlosigkeit und Demotivation. Dadurch mangelt es dem Kind auch zukünftig an Interesse, Aufgaben fokussiert und mit Freude zu erledigen. Die Folgen für das soziale Umfeld des Kindes sind teilweise fatal. Eine Isolation von den Mitschülern ist nicht auszuschließen und die geistige Leistungsfähigkeit kann dauerhaft eingeschränkt bleiben.

Ursachen für die Probleme finden sich vor allem im Lebensumfeld des Kindes. Emotionale Belastungen in der Familie sind häufig eine der Hauptursachen für die Schwierigkeiten. Betroffen sind am Ehesten Scheidungskinder oder Kinder die unter Ausgrenzungen innerhalb der Schule leiden.

Oft ist die Leistungserwartung der Eltern auch zu hoch gesteckt. Massiver Druck fördert Lernunlust und Nervosität. Die Kinder werden dann frustriert und reiben sich am Bestreben nach Verbesserung auf. Zu viele außerschulische Aktivitäten führen zu vermehrtem Stress in der Freizeit und können Konzentrationsstörungen hervorrufen. Zu beachten ist hierbei, dass Hobbys nicht permanent termingebunden sein sollten.

Unterhaltungselektronik

In der heutigen Zeit, spielt auch die Unterhaltungselektronik eine maßgebende Rolle. Smartphones, Tablets und Fernsehen sollte nur in dosiert und kontrolliert konsumiert werden dürfen. Werden diese „neuen Medien“ zu häufig genutzt ist eine Reizüberflutung nicht ausgeschlossen. Computerspiele sollten dabei niemals einen höheren Stellenwert als soziale Kontakte in der Schule einnehmen. Ausreichend Schlaf und Bewegung sind unabdingbar.

Konzentrationsstörungen bei Kindern können allerdings auch Nebenerscheinungen anderer Probleme sein. Leidet ein Kind an einer Lese – Rechtschreibschwäche, führt diese oft zu besagten Schwierigkeiten. Auch eine Depression im Kindesalter lässt sich nur durch eine professionelle Diagnostizierung ausschließen. Sollten die Störungen langanhaltend auftreten, muss zwingend ein Arzt konsultiert werden.

ADHS

Die Abgrenzung zur sogenannten „ADHS“ – Erkrankung ist dabei schwierig. Hier werden folgende Kriterien der Symptome geprüft:

– Bestehen die Probleme seit mehr als einem halben Jahr und traten diese bereits vom Erreichen des siebten Lebensjahres auf?
– sind Entwicklungsstörungen wie Autismus oder Psychosen auszuschließen?
– gibt es eine massive Beeinträchtigung der Lernleistung?
– Finden die Störungen nur innerhalb der Schule oder auch Zuhause statt?

Kann eine Störung durch ADHS nachgewiesen werden, gibt es unterschiedliche Therapie Ansätze. Die bekannteste ist wohl die medikamentöse Einstellung auf den Wirkstoff Ritalin. Allerdings empfiehlt es sich nicht zwangsläufig, Kinder die unter ADHS leiden mit Medikamenten zu behandeln. Je nach Ausprägung der Störung lassen sich auch verschiedene Kniffe und Tricks anwenden. In erster Linie sollte versucht werden, dass Kind spielerisch zur Konzentration zu bewegen. Ein beruhigendes und stressfreies Umfeld Zuhause ist der Grundpfeiler für eine Verbesserung der Situation. Erst wenn trotz einer optimalen Anpassung der Umgebung über einen längeren Zeitraum keine Besserung in Sicht ist, sollte das Kind auf Medikamente eingestellt werden.

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